Aktuell:

ECHSENHAUS
Ein Hausgrundstück in Olsberg-Antfeld im Sauerland zum Verkauf

Das Echsenhaus
Ein Transformationsprozess

Das Echsenhaus: Dessen vollständige Verkleidung mit Schieferschindeln gleicht der Schuppenstruktur von Echsenhaut.
Das Alter von 164 Jahren und die Verwilderung in den letzten Jahrzehnten verleihen dem Haus die Anmutung einer eigenständigen und fremdartigen Lebensform.
Der im Mai 2023 verstorbene, sich als Eigentümer wähnende Pächter hauste wie ein Messie mit wilden Tieren im ganzen Haus, im Anbau und in der Scheune. Er stand als antimodernistischer Katholik und Reichsbürger in heldenhafter Fundamentalopposition zur verdorbenen Welt der teuflischen Eliten a.k.a. Echsenmenschen und ihrer Sklaven. Als Wagenburg entlang der Straße und auf dem gesamten Gelände hortete der Mann alte russische Militärfahrzeuge, die über die Jahre mit Flora und Fauna verwuchsen und wie versteinerte oder noch schlafende große Echsen ihrer Zukunft harren.
Einst der schönste Hof im Dorf, mutierte er zum „Schandfleck“. Eine erneute Verwandlung steht an. Manche Echsen streifen ihre Haut in einem Stück ab, andere häuten sich stückweise über einen längeren Zeitraum.

Gesucht!

Gesucht wird ein Käufer/eine Käuferin für das Grundstück (2.085 qm) mit einem denkmalgeschützten Bauernwohnhaus von 1870 – in Olsberg-Antfeld, Hochsauerland.

Im Rahmen der angesagten „Bauwende“ können Denkmalschutz und Nachhaltigkeit neu zusammengedacht werden: Das alte denkmalgeschützte Haus kann gut mit einem neuen Anbau – anstelle und durch teilweises Recycling des bestehenden, nicht denkmalgeschützten Anbaus von 1926 – ergänzt, neu erschlossen und modernisiert werden. Ein Abrissantrag für den Anbau wurde bereits bei der Unteren Denkmalbehörde eingereicht.
Das umgebende Baugrundstück ermöglicht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Neben verschiedener Unterstützungsleistungen für den Erhalt von Denkmälern und neuen baurechtlichen Entwicklungen für klimagerechtes Bauen (beispielsweise „Gebäudetyp E“) gibt es auch aktuelle Förderprogramme für avancierte gemeinschaftliche Nutzungskonzepte und deren Entwicklung und Ausbau im Bestand.

Über Interesse und Fragen freue ich mich.
Kontakt: Ute Klissenbauer

Aktuell

Nach dreißig Jahren der Vernachlässigung durch einen Messie-Pächter und drei Jahren eines Einigungsversuchs mit ihm, kann das Hausgrundstück endlich rehabilitiert werden. Seit Februar 2023 ist es für uns begehbar.

Das Grundstück wurde bereits gründlich entmüllt und wird im März 2024 vollständig bereinigt sein.
Die vielen auf dem Gelände gehorteten russischen Militärfahrzeuge (Ural, Zil, Gaz, Ifa) sind inzwischen – bis auf einen LKW und einige Traktoren – vom Gelände abverkauft worden.
Kontakt: Bastian Klausing

Die Räume des Haupthauses wurden und werden geräumt (siehe Bildergalerien weiter unten).
Eine fachgerechte Bestandsaufnahme durch das Denkmalamt steht an.

 

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Kurz-Exposé

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Exposé (ausführliche Fassung)

PDF Download – folgt!

Objektbeschreibung

Das Hausgrundstück Oberdorf 10 war vormals ein Bauernhof, zeitweilig mit einem Pensionsbetrieb. Es hat eine Gesamtgröße von 2.085 qm. Ungefähr in seiner Mitte befindet sich ein denkmalgeschütztes Wohnhaus (ca. 110 qm Grundfläche) mit zwei angeschlossenen Wirtschaftsgebäuden (ca. 130 qm).

Das Grundstück liegt im 1975 eingemeindeten Ortsteil Antfeld der Stadt Olsberg (59939) im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfahlen. Es liegt am Ortsrand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss derer von Papen. Die touristisch attraktive Gegend umgeben von Nationalparks lädt u.a. mit dem nahgelegenen Ruhrtalradweg und dem Rothaarsteig zu schönen Ausflügen ein.

Antfeld hat mit drei Buslinien eine ÖPNV-Anbindung an die Stadtzentren in Olsberg und Brilon – jeweils von dort gibt es direkte Regionalbahnverbindungen in Richtung Dortmund oder Kassel.
Die Autobahn 46 hat eine Anschlussstelle in Olsberg.
Seit 2019 hat Antfeld einen Hochleistungsanschluss (Breitbandnetz) ans Internet.

Das Grundstück

Auf der Flurkarte (nebenstehend, bzw. nachfolgend) beinhaltet das Grundstück in der Gemarkung Antfeld Flur 4 die Flurstücke 26, 332, 180, 189, 190 und 205.

Das Grundstück erstreckt sich vom Haus aus gesehen links entlang der Straße „Oberdorf“ und rechts hinter dem Haus. Es handelt sich um Bauland, das jedoch aufgrund der direkten Nachbarschaft zum Schloss Antfeld bestimmten Auflagen unterliegt.

Auf dem Grundstück befindet sich ein Restbauernhof mit einem denkmalgeschütztem Wohnhaus von 1870 und zwei angeschlossenen baufälligen Wirtschaftsgebäuden von 1926 (einem Anbau links vom Haus und einer anch hinten anschließenden Scheune – nicht unter Denkmalschutz).

Es findet sich ein Baumbestand von drei großen, ungefähr 80 Jahre alten, gesunden Fichten rechts hinter dem Wohnhaus und einigen jüngeren Laubbäumen und Weidensträuchern.
Einige Bäume auf dem linken Grundstückbereich wurden vom ehemaligem Pächter in die Konstruktion von Überdachungen für die von ihm gehorteten alten Militärfahrzeuge einbezogen.
Fast das gesamte Gelände wurde noch bis vor kurzem als Abstellfläche für diese Fahrzeuge sowie für landwirtschaftliche Vehikel genutzt. Inzwischen fanden umfangreiche Räumungsarbeiten auf dem Gelände statt, und die restlichen Fahrzeuge stehen dort nur noch vorübergehend zum Verkauf.

Noch bis in die 1980er Jahre wurden auf dem linken Teil des Grundstücks bis zu 30 Kühe und in der Scheune einige Schweine gehalten. Der südliche, sich noch rechts hinter dem Haupthaus erstreckende Bereich des Grundstücks mit den drei hohen Fichten wurde als idyllischer Garten mit Bänken und Springbrunnen ausgestattet und zeitweilig auch von Pensionsgästen genutzt.

Das Haus

Das seit 1991 unter Denkmalschutz stehende mit Schieferschindeln verkleidete dreigeschossige Hauptgebäude ist ein Fachwerk-Bauernhaus aus dem Jahr 1870. Es hat eine Gesamtwohnfläche von ca. 305 qm und eine schöne klassische Raumaufteilung mit einem soliden Treppenaufgang, geräumigen Fluren und 14 unterschiedlich großen Räumen.

Aufgrund der jahrzehntelangen Vernachlässigung weist das Gebäude einen sanierungsbedürftigen Zustand auf. Diverse Anträge auf Instandhaltung und -setzung wurden bereits bei der Unteren Denkmalschutzbehörde eingereicht.
Das Dach, das nach einem Brand im Jahr 1944 erneuert werden musste, ist dicht, aber unter einer Dachgaube in der Vorderseite des Hauses (Zi. 9) ist nun eine feuchte Stelle entdeckt und provisorisch abgedichtet worden. Die Dächer über zwei Gauben auf der Rückseite des Hauses wurden vor einiger Zeit nur notdürftig repariert. Das Mauerfachwerk des Hauses ist ansonsten augenscheinlich intakt. Die schönen alten Türen, Fenster und Parkett- und Dielenböden sind unterschiedlich gut erhalten.

Wasser und Strom bezieht das Haus über Anschlüsse im abbruchreifen Anbau. Die – desolaten – sanitären Anlagen befinden sich auch im Anbau, ebenso die – marode – Ölheizungsanlage im Keller. Der Dachboden ist derzeit auch nur über den Anbau begehbar.

Als Wohnhaus eines großen Bauernhofs errichtet, barg das Hauptgebäude vormals auch die Poststelle Antfelds, wovon nur noch ein einseitig sichtbares Schalterfenster in einem Raum zum Flur im Erdgeschoss zeugt.
Nach dem zweiten Weltkrieg führte die alteingesessene Bauernfamilie Kraft im Haus auch einige Jahre eine Pension mit mehreren Gästezimmern – dies zeigt sich noch immer an der Nummerierung von neun Zimmertüren (Zi. 1-9). Auch einige alte Ansichtskarten bewerben die „Pension Kraft“ (siehe Bildergalerie „Historische Fotos“ unten).
Seit den 1980er Jahren wurde das Haus dann nur noch von dem alleinstehenden Mitglied der Bauernfamilie, B. Kraft, bewohnt.
1992 wechselte das Hausgrundstück den Besitzer und wurde an den Bewohner verpachtet.

Bei der Übernahme durch die Erbinnen im Februar 2023 waren die Räume auf chaotische Weise voll- und zugestellt mit Hausrat aller Art sowie mit religiösem, politischem und militärischem Kulturgut aus zwei Jahrhunderten. Im Keller hortete der vormalige Pächter und Prepper Soldatenverpflegungspackungen und Brot-Dosen aus den 1980er Jahren und in mehreren großen Tiefkühltruhen Fleisch, Fisch und Butter. Vor allem die Küche, der Hauptwohnraum des Pächters, bot ein Anblick des Elends.
Inzwischen sind das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss sowie der Keller weitgehend geräumt.

 

Anbau und Scheune

Die links angeschlossenen Wirtschaftsgebäude – ein Anbau und eine Scheune (ca. 250 qm Gesamtfläche) – sind in einem abbruchreifen Zustand. Mauerwerk und Dach sind teilweise nach außen offen. Ein Antrag auf Abrissgenehmigung liegt der Unteren Denkmalschutzbehörde seit Ende November 2023 vor.

Bei dem Anbau handelt es sich um ein historisierendes Fachwerkgebäude von 1926. Es steht nicht unter Denkmalschutz.
Über dem Eingangstor auf einem Querbalken steht im sauerländischem Plattdeutsch geschrieben: „VEIER JOHRE BLAUT UN DAUD, ACHT JOHRE VULL JOOMER UN NAUT, OHÄRGUATT LOOTT NIU BIÄTTERGOHN JN GNODEN OCK DÜT HIÜS BESTOHN“. Mittig über dem Schriftzug ist eine Nische im Mauerwerk, in welcher eine beleuchtete Madonna stand – bis der Wind sie im Herbst 2023 herunterstürzte.
Der Anbau ist der Restbau eines längeren Wohn- und Stall-Gebäudes, dass entlang der Straße Oberdorf 10 verlief und in welchem noch in den 80er Jahren ca. 30 Kühe gehalten wurden.
Am 31. Juli 1989 zerstörte ein Brand einen großen Teil des ursprünglichen Anbaus. Die Brandmauer des verbliebenen Gebäudeteils wurde links nach außen verschlossen, die innere Verbindung des Anbaus mit dem Haupthaus durch Flurgänge auf allen Geschossebenen blieb erhalten.
Der Anbau ergänzt das Wohnhaus mit – inzwischen völlig desolaten – sanitären Anlagen, mit Wasser- und Stromanschlüssen sowie mit einer Ölheizanlage im Keller, in dem sich auch ein großer Milchtank befindet.
Die schadhafte Heizanlage musste nach der Inbesitznahme durch die Erbinnen abgestellt, der Schornstein abgetragen und verschlossen werden.
Der Eingang des Anbaus (Deelentor) führt über eine Werkstatt nach hinten heraus in die Scheune und nach rechts ins Haupthaus. Das Deelentor diente zuletzt – und gegenwärtig noch – als Hauptzugang zum gesamten Gebäudekomplex.

Die Scheune schließt sich nach hinten dem Anbau an. Bis in die 80er Jahre wurden hier Schweine gehalten, derzeit ist sie noch mit Holz und Metallschrott zugestellt. Die Scheune ist durch die Werkstatt im EG des Anbaus betretbar und hat auch einen Zugang zum Grundstück rechts hinter dem Haus. Nach hinten schließt die Scheune mit einem überbauten Durchgang zwischen dem rechten und linken Grundstücksbereich ab.

Hintergrundinformationen und Wert

Die Nutzung

Das Objekt wurde bis zur Zwangsräumung Anfang 2023 von dem Bauernsohn und vormaligen Besitzer B. Kraft – seit dem Verkauf 1992: Pächter – bewohnt und genutzt. Für die (inzwischen beseitigte) extreme Vermüllung und die zahlreichen auf dem Grundstück abgestellten alten Militärfahrzeuge (russische Oldtimer aus NVA-Beständen) und landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Geräte ist er verantwortlich.
Die Räumung nach § 885a ZPO („Berliner Räumung“) fand nach einem fast zwei Jahre währenden Prozess der Erbinnen gegen den Pächter am 24. Februar 2023 statt. Gegen diese Räumung wehrte sich B. Kraft mit einem Freund durch mehrfaches Eindringen ins Haus. Im Mai 2023 starb B. Kraft. Im Juni wurde vom Amtsgericht eine Nachlasspflegschaft eingerichtet, die aber im September aufgrund von Unwirtschaftlichkeit und dem offenkundigen Desinteresse möglicher Erben wieder aufgehoben wurde.

Eigentumsverhältnisse

Das Hausgrundstück und weitere große Grundstücke gehörten viele Jahre der in Antfeld alteingesessenen Bauernfamilie Kraft, von der nur noch B. Kraft auf dem Grundstück blieb. Vor einer drohenden Zwangsversteigerung erfolgte 1992 der Kauf durch K. Klissenbauer aus Esslingen, der B. Kraft bis dahin nur über ein Netzwerk der gemeinsamen erzkatholischen Glaubensrichtung verbunden war. Ein für die folgenden Jahre abgesprochener Rückkauf fand nicht statt. Der Pächter wähnte sich weiterhin im Besitz, und der Eigentümer weilte viele Jahre im Ausland und delegierte seine Verantwortung an den damit überforderten vormaligen Eigentümer, nun Pächter. Sämtliche Ämter der Stadt und des Kreises liefen an dieser Eigentümer-Konstellation auf, und das gesamte Areal fiel über Jahrzehnte einer messie-haften Verwahrlosung anheim.
Erst nach dem Tod von K. Klissenbauer erfuhren seine Angehörigen von diesem Grundbesitz. Die Erbschaft wurde im März 2020 von U. Klissenbauer (Berlin) von ihrem Vater und etwas später von C. Klissenbauer Pupiro (Köln) von ihrem Großvater angenommen. Der gemeinschaftliche Erbschein sowie die Grundbuchberichtigung liegen seit Juli 2020 vor.
Da der Pächter alle Angebote der Erbinnen ausschlug und sich als vermeintlich rechtmäßiger Eigentümer gegen jede Kooperation stellte, wurde ihm mit einer Frist von fast einem Jahr gekündigt. Gegen diese Kündigung setzte sich B. Kraft noch nach der Zwangsräumung bis zum Tag seines Todes, unterstützt von einem Freund, massiv querulantisch zu Wehr.

Der Wert

Das Grundbuchblatt 129B ist lastenfrei. Der reine Bodenwert liegt laut Richtwertkarte bei 35 €/qm. Das Grundstück ist als Bauland ausgewiesen, aufgrund der Nähe zum Schloss Antfeld sind jedoch bestimmte Auflagen zu berücksichtigen.
Die damals um 30 qm kleinere Liegenschaft wurde 1992 von K. Klissenbauer zum Preis von 110.000 DM erworben. Das Hausgrundstück wurde sogleich an den vormaligen Eigentümer verpachtet und erfuhr in der Folgezeit eine extreme Verwahrlosung.
2021, nachdem das Hausgrundstück in die Erbengemeinschaft übergegangen war, schätzten zwei Maklerbüros den Wert der Liegenschaft auf ca. 100 Tsd EUR. Zwei Jahre später – nach dem Ende der Corona-Pandemie und dem einhergegangenen Interesse an ländlichem Eigentum und nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine mit dem folgenden Anstieg der Energie- und Baukosten – hat die Liegenschaft an Marktwert verloren. Auch konnten der verwahrloste Zustand der Innenräume und der fortbestehende Denkmalwert des Hauptgebäudes erst nach der Zwangsräumung im Februar 2023 festgestellt werden.
Die Eigentümerinnen haben 2021 allerdings ein wichtiges Flurstück (332) zum Grundstück dazuerworben und seit der Zwangsräumung im Februar 2023 alle nötigen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Das Gelände und die Gebäude wurden und werden weiter geräumt.
Eine fachgerechte Bestandsaufnahme durch das Denkmalamt steht an. Ein Antrag auf Abrissgenehmigung für den desolaten Anbau und für die Scheune liegen der Unteren Denkmalschutzbehörde seit Anfang Dezember 2023 vor.
Im Rahmen der angesagten „Bauwende“ können Denkmalschutz und Nachhaltigkeit neu zusammengedacht werden: eine reizvolle Herausforderung bei diesem einst angesehenen schönen Objekt mit viel Potenzial.
Der Kaufpreis liegt bis März 2024 bei 50 Tsd EUR.

Hausgeschichte und Ausblick

Es wird ein Käufer, eine Käuferin gesucht, der/die das Potenzial der Gegebenheiten sieht und sich den Herausforderungen von Bauen im Bestand im Rahmen der angezeigten „Bauwende“ gewachsen fühlt.

In Zeiten von Klimawandel und Artensterben ist klar: Denkmalschutz und Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, kulturell und ökonomisch), der Schutz historischer Baukunst und klimaneutrales und soziales Sanieren und Bauen müssen neu zusammengedacht und realisiert werden. Zukunftsfähige Gestaltung braucht Weitsicht und Mut von Bauherrinnen, Investoren und Behörden, braucht engagierte Politik und gesellschaftlichen Druck. Energie, Rohstoffe, Materialien und Arbeit haben wahre ökologische und soziale Kosten, und ihr sorgfältiger Einsatz sollte auf nachhaltige Nutzungskonzepte zielen. Anstelle von Flächenversiegelung für noch mehr Individualverkehr bedarf es zukunftsorientierter Kreativität auch auf dem Land.

Das Hauptgebäude ist schön, seine alte Bauweise in vieler Hinsicht anregend:
Es verdient seinen Schutz und eine Wiederinstandsetzung. Es kann sehr gut mit einem neuen Anbau anstelle und durch Recycling des alten ergänzt, neu erschlossen und modernisiert werden. Das Grundstück ist attraktiv und groß genug, dass vielfältige nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten imaginiert werden können.
Neben verschiedener Unterstützungsleistungen für den Erhalt von Denkmälern und neuen baurechtlichen Entwicklungen für klimagerechtes Bauen (beispielsweise „Gebäudetyp E“) gibt es auch aktuelle Förderprogramme für avancierte gemeinschaftliche Nutzungskonzepte und deren Entwicklung und Ausbau im Bestand.

Vieles ist denkbar! Nur beispielsweise: Ein Senioren-, Studierenden- oder Mehrgenerationenhaus mit einem Café und kleinem Laden, mit einem Dorfmuseum und einem Raum für eine gute Zukunft im ländlichen Raum diskutierende, erforschende, entwerfende Studierende, Migrierende, Handwerker, Architektinnen, Künstler, Wissenschaftlerinnen, Land- und Forstwirte, Dorfbewohnerinnen und Touristen … Auf dem Grundstück könnte ferner ein ökologischer Lebenshof für noch immer ausgenutzte und ausgesetzte Tiere entstehen, vielleicht auch ein Gnadenhof für gekränkte vormalige Großbauern und Echsenmenschen aller Art …

Kontakt: Ute Klissenbauer
E-Mail: ute.klissenbauer@t-online.de, Mobile: 0171 4706346.

 

Geschichtliche Eckdaten

1877 – Errichtung des Haupthauses (mit Hausnamen „Garmes“) von der Bauernfamilie Kraft
um 1890 herum – Das Haus übernimmt auch die Funktion der Antfelder Poststelle mit einem Landpostbriefkasten und Postschildern am Hauseingang sowie einer Schalterstelle im Hausflur – bis Ende der 1930er Jahre
1926 – Errichtung der Wirtschaftsgebäude (Anbau und Scheune)
1944 – Brand des Daches der Gebäudeanlage
? – Die Hauseingangstür wird weiß lackiert und erhält die Hausnummer 32; Die Treppe erhält ein Geländer
1961 – das 4-stellige PLZ-System wird eingeführt: 5781 für Antfeld.
? – Pensionsbetrieb neben dem landwirtschaftlichen Betrieb
1975 – Das Haus erhält (sehr wahrscheinlich) die aktuelle Hausnummer „10“ im Zuge der kommunalen Neugliederung und der Eingemeindung von Antfeld in die Stadt Olsberg
? – Übergang in die Erbschaft des Bauernsohnes Berthold Kraft
1989, April – Übergang in den Besitz von Udo Steuer durch Kauf
1989, Juli – Brand des Anbaus. Beseitigung der Gebäudereste bis auf den letzten Abschnitt des Anbaus am Haupthaus und der Scheune hinter dem Haus
1991 – Das Haupthaus wird in die Denkmalliste eingetragen
1992 – Übergang in den Besitz von Karl Klissenbauer, Berthold Kraft übernimmt die Pacht
1993 – Die 5-stellige PLZ wird eingeführt, für Olsberg-Antfeld: 59939
B. Kraft betreibt eine Art Fahrzeughandel auf dem Gelände, zunächst mit Traktoren, dann zunehmend auch mit Militärfahrzeugen aus NVA-Beständen
2006(?) – Fällung der großen Bäume im Bereich des Haupteingangs
2020 – Übergang in den Besitz der Erbengemeinschaft U. und C. Klissenbauer
2021 – Erweiterung des Hausgrundstücks durch Erwerb des Flurstücks 332
2023, Feb. – Zwangsvollstreckung gegen B. Kraft und erster Zugang zum Gebäudekomplex
2023, März – Ortstermin zum Denkmalschutz; Sept. – Ortstermin mit Dorf und Stadt; Diverse Räumungs- und Sicherungsmaßnahmen

Die Angaben spiegeln den Stand der Recherche und können gegebenenfalls revidiert werden. Daselbe gilt für die Einordnung der historischen Fotos in der Bildergalerie unten.

Vorder- und Rückansicht

Grundrisse

Grundriss EG
Grundriss 1. OG
Grundriss 2. OG

Klarstellung: Echte Echsen sind toll.

„Je länger ich die Eidechse betrachte, umso mehr verliere ich mein Zeitgefühl und versinke in eine Art von Echsentum …“
(Joachim Sartorius, „Eidechsen“, 2019)

Echsen (Felsenagamen) fanden sich zwischen 1975 und 1980 auch rund um das andere wilde Haus in Monrovia/Liberia. Mit ihrem feuerorangenen Kopf und lilablauen Körper sonnten sie sich auf der schulterhohen Betonmauer zum Nachbargrundstück, regungslos und im nächsten Augenblick wie eine Täuschung verschwunden.

Haus in Monrovia
Haus in Monrovia
Felsenagame