Aktuell:

ECHSENHAUS
Ein Hausgrundstück in Olsberg-Antfeld im Sauerland zum Verkauf

Das Echsenhaus
Ein Transformationsprozess

Das Echsenhaus: Dessen vollständige Verkleidung mit Schieferschindeln gleicht der Schuppenstruktur von Echsenhaut.
Das Alter von 164 Jahren und die Verwilderung in den letzten Jahrzehnten verleihen dem Haus die Anmutung einer eigenständigen und fremdartigen Lebensform.
Der im Mai 2023 verstorbene, sich als Eigentümer wähnende Pächter hauste wie ein Messie mit wilden Tieren im ganzen Haus, im Anbau und in der Scheune. Er stand als antimodernistischer Katholik und Reichsbürger in heldenhafter Fundamentalopposition zur verdorbenen Welt der teuflischen Eliten a.k.a. Echsenmenschen und ihrer Sklaven. Als Wagenburg entlang der Straße und auf dem gesamten Gelände hortete der Mann alte russische Militärfahrzeuge, die über die Jahre mit Flora und Fauna verwuchsen und wie versteinerte oder noch schlafende große Echsen ihrer Zukunft harren.
Einst der schönste Hof im Dorf, mutierte er zum „Schandfleck“. Eine erneute Verwandlung steht an. Manche Echsen streifen ihre Haut in einem Stück ab, andere häuten sich stückweise über einen längeren Zeitraum.
(Text vom Februar 2023)

Gesucht!

Gesucht wird ein Käufer/eine Käuferin für das Grundstück (2.085 qm Bauland) mit einem denkmalgeschützten Bauernwohnhaus von 1870 – in Olsberg-Antfeld, Hochsauerland.

Im Rahmen der angesagten „Bauwende“ können Denkmalschutz und Nachhaltigkeit neu zusammengedacht werden: Das alte denkmalgeschützte Haus kann gut mit einem neuen Anbau – anstelle und durch Recycling des bestehenden, nicht denkmalgeschützten Anbaus von 1926 – ergänzt, neu erschlossen und modernisiert werden. Das umgebende Baugrundstück ermöglicht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Neben verschiedener Unterstützungsleistungen für den Erhalt von Denkmälern und neuen baurechtlichen Entwicklungen für klimagerechtes Bauen (beispielsweise „Gebäudetyp E“) gibt es auch aktuelle Förderprogramme für avancierte gemeinschaftliche Nutzungskonzepte und deren Entwicklung und Ausbau im Bestand.

Über Interesse und Fragen freue ich mich.
Ute Klissenbauer
April 2024

Aktuell

Nach dreißig Jahren der Vernachlässigung durch einen Messie-Pächter und drei Jahren eines Einigungsversuchs mit ihm, kann das Hausgrundstück endlich rehabilitiert werden. Seit Februar 2023 ist es für uns begehbar.

Das Grundstück wurde inzwischen gründlich entmüllt und vollständig bereinigt.
Die vielen auf dem Gelände gehorteten russischen Militärfahrzeuge (Ural, Zil, Gaz, Ifa) sind abtransportiert worden. Übrig geblieben sind zwei in einer kleinen Baum- und Strauchgruppe stehende Heuwagen – Überbleibsel des ursprünglichen Bauernhofs. (Siehe Bildergalerie „Hausgrundstück“ und „Historische Fotos“ unten.)

Das Haupthaus wurde weitgehend geräumt. (Siehe Bildergalerien „Erdgeschoss“, „1. Obergeschoss“, „2. Obergeschoss“ unten).
Eine weitere fachgerechte Bestandsaufnahme durch das Denkmalamt steht an.

Der Anbau und die Scheune befinden sich in Räumung. Eine Abrissgenehmigung vom Denkmalamt liegt vor.

 

i

Exposé

Objektbeschreibung

Das Hausgrundstück Oberdorf 10 war vormals ein Bauernhof, zeitweilig mit einem Pensionsbetrieb. Es hat eine Gesamtgröße von 2.085 qm Bauland. Ungefähr in seiner Mitte befindet sich ein denkmalgeschütztes Wohnhaus (ca. 110 qm Grundfläche) mit zwei angeschlossenen – nicht denkmalgeschützten – Wirtschaftsgebäuden (ca. 130 qm).

Das Grundstück liegt im 1975 eingemeindeten Ortsteil Antfeld der Stadt Olsberg (59939) im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfahlen. Es liegt am Ortsrand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss derer von Papen. Die touristisch attraktive Gegend umgeben von Nationalparks und Wintersportzentren wie Winterberg lädt u.a. mit dem nahgelegenen Ruhrtalradweg und dem Rothaarsteig zu schönen Ausflügen und sportlichen Aktivitäten ein.

Antfeld hat mit drei Buslinien eine ÖPNV-Anbindung an die Stadtzentren in Olsberg und Brilon – jeweils von dort gibt es direkte Regionalbahnverbindungen in Richtung Dortmund oder Kassel.
Die Autobahn 46 hat eine Anschlussstelle in Olsberg.
Seit 2019 hat Antfeld einen Hochleistungsanschluss (Breitbandnetz) ans Internet. Im Februar 2024 wurde der Wohnort mit der leistungsstarken Glasfasertechnik versorgt, ein Hausanschluss ist leicht möglich.

Das Grundstück

Auf der Flurkarte (nebenstehend, bzw. nachfolgend) beinhaltet das Grundstück in der Gemarkung Antfeld Flur 4 die Flurstücke 26, 332, 180, 189, 190 und 205.

Das Grundstück erstreckt sich vom Haus aus gesehen links entlang der Straße „Oberdorf“ und rechts hinter dem Haus. Es handelt sich um Bauland, das aufgrund der direkten Nachbarschaft zum Schloss Antfeld bestimmten Auflagen unterliegt.

Auf dem Grundstück befindet sich ein Restbauernhof mit einem denkmalgeschütztem Wohnhaus von 1870 und zwei angeschlossenen, nicht denkmalgeschützten, baufälligen Wirtschaftsgebäuden von 1926 (einem Anbau links vom Haus und einer nach hinten anschließenden Scheune).

Es findet sich ein Baumbestand von drei großen, ungefähr 80 Jahre alten, gesunden Fichten rechts hinter dem Wohnhaus und einigen jüngeren Laubbäumen und Weidensträuchern.
Einige Bäume auf dem linken Grundstückbereich wurden vom ehemaligem Pächter in die Konstruktion von Überdachungen für die von ihm gehorteten alten Militärfahrzeuge einbezogen.
Das gesamte Gelände wurde noch bis vor kurzem als Abstellfläche für diese Fahrzeuge sowie für landwirtschaftliche Vehikel genutzt. Inzwischen fanden umfangreiche Räumungsarbeiten auf dem Gelände statt, und bis auf zwei Heuwagenanhänger sind alle Vehikel entfernt worden.

Noch bis in die 1980er Jahre wurden auf dem linken Teil des Grundstücks bis zu 30 Kühe und in der Scheune einige Schweine gehalten. Der südliche, sich noch rechts hinter dem Haupthaus erstreckende Bereich des Grundstücks mit den drei hohen Fichten wurde als idyllischer Garten mit Bänken und Springbrunnen ausgestattet und zeitweilig auch von Pensionsgästen genutzt.

Das Haus

Das seit 1991 unter Denkmalschutz stehende mit Schieferschindeln verkleidete dreigeschossige Hauptgebäude ist ein Fachwerk-Bauernhaus aus dem Jahr 1870. Es hat eine Gesamtwohnfläche von ca. 305 qm und eine schöne klassische Raumaufteilung mit einem soliden Treppenaufgang, geräumigen Fluren und 14 unterschiedlich großen Räumen.
1926 wurde das Wohnhaus um einen Anbau mit einem Stall ergänzt. Um Zugänge zum Anbau und den dort entstandenen sanitären Anlagen zu schaffen, wurden damals im 1. und 2. OG Zwischenwände gezogen und schmale Durchgangsflure eingerichtet (siehe Grundrisse weiter unten).

Aufgrund der jahrzehntelangen Vernachlässigung weist das Gebäude einen sanierungsbedürftigen Zustand auf. Diverse Anträge auf Instandhaltung und -setzung wurden bereits bei der Unteren Denkmalschutzbehörde eingereicht.
Das Dach, das nach einem Brand im Jahr 1944 erneuert werden musste, ist dicht, aber unter einer Dachgaube in der Vorderseite des Hauses (Zi. 9) ist Mitte 2023 eine feuchte Stelle entdeckt und provisorisch abgedichtet worden. Die Dächer über zwei Gauben auf der Rückseite des Hauses wurden vor einiger Zeit nur notdürftig repariert. Das Mauerfachwerk des Hauses ist ansonsten augenscheinlich intakt. Die schönen alten Türen, Fenster und Parkett- und Dielenböden sind unterschiedlich gut erhalten.

Wasser und Strom bezieht das Haus über Anschlüsse im abbruchreifen Anbau. Die – desolaten – sanitären Anlagen befinden sich auch im Anbau, ebenso die – marode – Ölheizungsanlage im Keller. Der Dachboden ist derzeit auch nur über den Anbau begehbar.

Als Wohnhaus eines großen Bauernhofs errichtet, barg das Hauptgebäude vormals auch die Poststelle Antfelds, wovon nur noch ein einseitig sichtbares Schalterfenster in einem Raum zum Flur im Erdgeschoss zeugt.
Nach dem zweiten Weltkrieg führte die alteingesessene Bauernfamilie Kraft im Haus auch einige Jahre eine Pension mit mehreren Gästezimmern – dies zeigt sich noch immer an der Nummerierung von neun Zimmertüren (Zi. 1-9). Auch einige alte Ansichtskarten bewerben die „Pension Kraft“ (siehe Bildergalerie „Historische Fotos“ unten).
Seit den 1980er Jahren wurde das Haus dann nur noch von dem alleinstehenden Mitglied der Bauernfamilie, B. Kraft, bewohnt.
1992 wechselte das Hausgrundstück den Besitzer und wurde an den Bewohner verpachtet.

Bei der Übernahme durch die Erbinnen im Februar 2023 waren die Räume auf chaotische Weise voll- und zugestellt mit Hausrat aller Art sowie mit religiösem, politischem und militärischem Kulturgut aus zwei Jahrhunderten. Im Keller hortete der vormalige Pächter und Prepper Soldatenverpflegungspackungen und Brot-Dosen aus den 1980er Jahren und in mehreren großen Tiefkühltruhen Fleisch, Fisch und Butter. Vor allem die Küche, der Hauptwohnraum des Pächters, bot ein Anblick des Elends.
Inzwischen ist das gesamte Haupthaus fast vollständig geräumt.

Anbau und Scheune

Die links angeschlossenen Wirtschaftsgebäude – ein Anbau und eine Scheune (ca. 250 qm Gesamtfläche) – sind in einem abbruchreifen Zustand. Mauerwerk und Dach sind seitlich links teilweise nach außen offen, Zugänge wurden jedoch versperrt. Zwischen den Jahren 2023/24 begann es im forderen Bereich des Anbaus reinzuregnen, so dass das Dach an dieser Stelle mit einer Plane gesichert werden musste. Eine bei der Unteren Denkmalschutzbehörde beantragte Abrissgenehmigung für Anbau und Scheune liegt seit Ende Februar 2024 vor und ist zwei Jahre gültig.

Bei dem Anbau handelt es sich um ein historisierendes Fachwerkgebäude von 1926. Es steht nicht unter Denkmalschutz.
Über dem Eingangstor auf einem Querbalken steht im sauerländischem Plattdeutsch geschrieben: „VEIER JOHRE BLAUT UN DAUD, ACHT JOHRE VULL JOOMER UN NAUT, OHÄRGUATT LOOTT NIU BIÄTTERGOHN JN GNODEN OCK DÜT HIÜS BESTOHN“. Mittig über dem Schriftzug ist eine Nische im Mauerwerk, in welcher eine beleuchtete Madonna stand – bis der Wind sie im Herbst 2023 herunterstürzte.
Der Anbau ist der Restbau eines längeren Wohn- und Stall-Gebäudes, dass entlang der Straße Oberdorf 10 verlief und in welchem noch in den 80er Jahren ca. 30 Kühe gehalten wurden.
Am 31. Juli 1989 zerstörte ein Brand einen großen Teil des ursprünglichen Anbaus. Die Brandmauer des verbliebenen Gebäudeteils wurde links nach außen verschlossen, die innere Verbindung des Anbaus mit dem Haupthaus durch Flurgänge auf allen Geschossebenen blieb erhalten.
Der Anbau ergänzt das Wohnhaus mit – inzwischen völlig desolaten – sanitären Anlagen, mit Wasser- und Stromanschlüssen sowie mit einer Ölheizanlage im Keller, in dem sich auch ein großer Milchtank befindet.
Die schadhafte Heizanlage musste nach der Inbesitznahme durch die Erbinnen abgestellt, der Schornstein abgetragen und verschlossen werden.
Der Eingangsbereich des Anbaus (Deelentor) führt über eine Werkstatt nach hinten hinaus in die Scheune und nach rechts ins Haupthaus. Das Deelentor diente zuletzt – und gegenwärtig noch – als Hauptzugang zum gesamten Gebäudekomplex.

Die Scheune schließt sich nach hinten dem Anbau an. Bis in die 80er Jahre wurden hier Schweine gehalten, derzeit ist sie noch mit Holz und Metallschrott zugestellt. Die Scheune ist durch die Werkstatt im EG des Anbaus betretbar und hat auch einen Zugang zum Grundstück rechts hinter dem Haus. Nach hinten schließt die Scheune zur Schlossmauer mit einem überbauten Durchgang zwischen dem rechten und linken Grundstücksbereichen ab.

Anbau und Scheune befinden sich in Räumung. Für Fotos siehe Bildergalerie „Hausgrundstück“.

Hintergrundinformationen und Wert

Die Nutzung

Das Objekt wurde bis zur Zwangsräumung Anfang 2023 von dem Bauernsohn und vormaligen Besitzer B. Kraft – seit dem Verkauf 1992: Pächter – bewohnt und genutzt. Für die (inzwischen beseitigte) extreme Vermüllung und die zahlreichen auf dem Grundstück abgestellten alten Militärfahrzeuge (russische Oldtimer aus NVA-Beständen) und landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Geräte ist er verantwortlich.
Die Räumung nach § 885a ZPO („Berliner Räumung“) fand nach einem Jahr verschiedenster ergebnisloser Einigungsversuche und einem dann folgenden fast zwei Jahre währenden Prozess der Erbinnen gegen den Pächter am 24. Februar 2023 statt. Auf diese Räumung reagierte B. Kraft und sein Freund mit mehrfachem Eindringen ins Haus. Im Mai 2023 verstarb Herr Kraft recht plötzlich. Im Juni wurde vom Amtsgericht eine Nachlasspflegschaft eingerichtet, die aber im September aufgrund von Unwirtschaftlichkeit und Desinteresse möglicher Erben wieder aufgehoben wurde.
Das Hausgrundstück steht derzeit ungenutzt und frei zum Verkauf.

Eigentumsverhältnisse

Das Hausgrundstück und weitere große Grundstücke gehörten viele Jahre der in Antfeld alteingesessenen Bauernfamilie Kraft, von der nur noch B. Kraft auf dem Grundstück blieb. Vor einer drohenden Zwangsversteigerung erfolgte 1992 der Kauf durch K. Klissenbauer aus Esslingen, der B. Kraft bis dahin nur über ein Netzwerk der gemeinsamen erzkatholischen Glaubensrichtung verbunden war. Ein für die folgenden Jahre abgesprochener Rückkauf fand nicht statt. Der Pächter wähnte sich weiterhin im Besitz, und der Eigentümer weilte viele Jahre im Ausland und delegierte seine Verantwortung an den damit überforderten vormaligen Eigentümer, nun Pächter. Sämtliche Ämter der Stadt und des Kreises liefen an dieser Eigentümer-Konstellation auf, und das gesamte Areal fiel über Jahrzehnte einer messie-haften Verwahrlosung anheim. Erst nach dem Tod von K. Klissenbauer erfuhren seine Angehörigen von diesem Grundbesitz.

Die Erbschaft wurde im März 2020 von Ute Klissenbauer-Mathä (Berlin) von ihrem Vater und etwas später von Camila Cristina Klissenbauer Pupiro (Köln) von ihrem Großvater angenommen. Der gemeinschaftliche Erbschein sowie die Grundbuchberichtigung liegen seit Juli 2020 vor. Da der Pächter alle Angebote der Erbinnen ausschlug und sich als vermeintlich rechtmäßiger Eigentümer gegen jede Kooperation stellte, wurde ihm mit einer Frist von fast einem Jahr gekündigt. Gegen diese Kündigung setzte sich B. Kraft noch nach der Zwangsräumung im Februar 2023 bis zum Tag seines Todes im Mai, unterstützt von einem jüngeren Freund, massiv querulantisch zu Wehr.

Der Wert

Das Grundbuchblatt 129B ist lastenfrei. Der reine Bodenwert liegt laut Richtwertkarte bei 35 €/qm. Das Grundstück ist als Bauland ausgewiesen, aufgrund der Nähe zum Schloss Antfeld sind jedoch bestimmte Auflagen zu berücksichtigen.
Die damals um 30 qm kleinere Liegenschaft wurde 1992 von K. Klissenbauer zum Preis von 110.000 DM erworben. Das Hausgrundstück wurde sogleich an den vormaligen Eigentümer verpachtet und erfuhr in der Folgezeit eine extreme Verwahrlosung.

2021, nachdem das Hausgrundstück in die Erbengemeinschaft übergegangen war, schätzten zwei Maklerbüros den Wert der Liegenschaft auf ca. 100 Tsd EUR.
Die Eigentümerinnen haben 2021 ein wichtiges Flurstück (332) zum Grundstück dazuerworben und seit der Zwangsräumung im Februar 2023 alle nötigen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Das Gelände mit den vielen Militärfahrzeugen und landwirtschaftlichen Vehikeln und das denkmalgeschützte Haupthaus wurden – bis auf zwei alte Heuwagenanhänger zwischen Bäumen – vollständig geräumt. Eine Abrissgenehmigung für den desolaten Anbau und für die Scheune liegt seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde seit Ende Februar 2024 vor.

Im Rahmen der angesagten „Bauwende“ können Denkmalschutz und Nachhaltigkeit neu zusammengedacht werden: eine reizvolle Herausforderung bei diesem einst angesehenen schönen Objekt mit viel Potenzial.
Der Kaufpreis für das Hausgrundstück liegt bei 104.250 EUR.

Ausblick und hausgeschichtliche Eckdaten

Es wird ein Käufer, eine Käuferin gesucht, der/die das Potenzial der Gegebenheiten sieht und sich den Herausforderungen von Bauen im Bestand im Rahmen der angezeigten „Bauwende“ gewachsen fühlt.

In Zeiten von Klimawandel und Artensterben ist klar: Denkmalschutz und Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, kulturell und ökonomisch), der Schutz historischer Baukunst und klimaneutrales und soziales Sanieren und Bauen müssen neu zusammengedacht und realisiert werden. Zukunftsfähige Gestaltung braucht Weitsicht und Mut von Bauherrinnen, Investoren und Behörden, braucht engagierte Politik und gesellschaftlichen Druck. Energie, Rohstoffe, Materialien und Arbeit haben wahre ökologische und soziale Kosten, und ihr sorgfältiger Einsatz sollte auf nachhaltige Nutzungskonzepte zielen. Anstelle von Flächenversiegelung für noch mehr Individualverkehr bedarf es zukunftsorientierter Kreativität auch auf dem Land.

Das Hauptgebäude ist schön, seine alte Bauweise in vieler Hinsicht anregend:
Es verdient seinen Schutz und eine Wiederinstandsetzung. Es kann sehr gut mit einem neuen Anbau anstelle und durch Recycling des alten ergänzt, neu erschlossen und modernisiert werden. Das Grundstück ist attraktiv und groß genug, dass vielfältige nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten imaginiert werden können.
Neben verschiedener Unterstützungsleistungen für den Erhalt von Denkmälern und neuen baurechtlichen Entwicklungen für klimagerechtes Bauen (beispielsweise „Gebäudetyp E“) gibt es auch aktuelle Förderprogramme für avancierte gemeinschaftliche Nutzungskonzepte und deren Entwicklung und Ausbau im Bestand.

Vieles ist denkbar! Nur beispielsweise: Ein Senioren-, Studierenden- oder Mehrgenerationenhaus mit einem Café und kleinem Laden, mit einem Dorfmuseum und einem Raum für eine gute Zukunft im ländlichen Raum diskutierende, erforschende, entwerfende Studierende, Migrierende, Handwerker, Architektinnen, Künstler, Wissenschaftlerinnen, Land- und Forstwirte, Dorfbewohnerinnen und Touristen … Auf dem Grundstück könnte ferner ein ökologischer Lebenshof für noch immer ausgenutzte und ausgesetzte Tiere entstehen, vielleicht auch ein Gnadenhof für gekränkte vormalige Großbauern und Echsenmenschen aller Art …

Kontakt: Ute Klissenbauer
E-Mail: ute.klissenbauer@t-online.de, Mobile: 0171 4706346.

Hausgeschichtliche Eckdaten

1870 – Errichtung des Haupthauses (mit Hausnamen „Garmes“) von der Bauernfamilie Kraft
um 1890 herum – Das Haus übernimmt auch die Funktion der Antfelder Poststelle mit einem Landpostbriefkasten und Postschildern am Hauseingang sowie einer Schalterstelle im Hausflur – bis Ende der 1930er Jahre
1926 – Errichtung der Wirtschaftsgebäude (Anbau und Scheune)
1944 – Brand des Daches und der Scheune hinter dem Haus. Das Dach wird neu gezimmert, die Scheune durch eine andersartige Neue ersetzt
19?? – Die Hauseingangstür wird weiß lackiert und erhält die Hausnummer 32; Die Treppe erhält ein Geländer
1961 – das 4-stellige PLZ-System wird eingeführt: 5781 für Antfeld
19?? – Pensionsbetrieb neben dem landwirtschaftlichen Betrieb
1975 – Das Haus erhält (sehr wahrscheinlich) die aktuelle Hausnummer „10“ im Zuge der kommunalen Neugliederung und der Eingemeindung von Antfeld in die Stadt Olsberg
19?? – Übergang in die Erbschaft des Bauernsohnes Berthold Kraft
1989, April – Übergang in den Besitz von Udo Steuer durch Kauf
1989, Juli – Brand des Anbaus. Beseitigung der Gebäudereste bis auf den letzten Abschnitt des Anbaus am Haupthaus. Auch die Scheune hinter dem Haus bleibt bestehen
1991 – Das Haupthaus wird in die Denkmalliste eingetragen
1992 – Übergang in den Besitz von Karl Klissenbauer, Berthold Kraft übernimmt die Pacht
1993 – Die 5-stellige PLZ wird eingeführt, für Olsberg-Antfeld: 59939
B. Kraft betreibt eine Art Fahrzeughandel auf dem Gelände, zunächst mit Traktoren, dann mit Militärfahrzeugen aus NVA-Beständen, die er bald nur noch mehr und mehr ansammelt
2007 – Fällung der großen Bäume (Linde und Ahorn) im Bereich des Haupteingangs
2020 – Übergang in den Besitz der Erbengemeinschaft Ute Klissenbauer-Mathä und Camila C. Klissenbauer Pupiro
2021 – Erweiterung des Hausgrundstücks durch Erwerb des Flurstücks 332
2023, Feb. – Zwangsvollstreckung gegen B. Kraft und erster Zugang zum Gebäudekomplex
2023, März – Ortstermin mit Oberem und Unterem Denkmalschutzamt; Sept. – Ortstermin mit Dorf und Stadt; Diverse Räumungs- und Sicherungsmaßnahmen
2024, Februar – Erteilung der Abrissgenehmigung für Anbau und Scheune seitens der Denkmalschutzbehörden
2024, März – Das gesamte Hausgrundstück ist bereinigt und alle 18 militärische und weitere landwirtschaftliche Fahrzeuge sind weg – bis auf zwei Heuwagenanhänger

Die Angaben spiegeln den Stand der Recherche und können gegebenenfalls revidiert werden. Daselbe gilt für die Einordnung der historischen Fotos in der Bildergalerie unten.

Vorder- und Rückansicht

Grundrisse

Grundriss EG
Grundriss 1. OG
Grundriss 2. OG

Klarstellung: Echte Echsen sind toll.

„Je länger ich die Eidechse betrachte, umso mehr verliere ich mein Zeitgefühl und versinke in eine Art von Echsentum …“
(Joachim Sartorius, „Eidechsen“, 2019)

Echsen (Felsenagamen) fanden sich zwischen 1975 und 1980 auch rund um das andere wilde Haus in Monrovia/Liberia. Mit ihrem feuerorangenen Kopf und lilablauen Körper sonnten sie sich auf der schulterhohen Betonmauer zum Nachbargrundstück, regungslos und im nächsten Augenblick wie eine Täuschung verschwunden.

Haus in Monrovia
Haus in Monrovia
Felsenagame